Branche
Industrie und Chemie
In Produktion, Anlagenbetrieb und Chemie entstehen Strafbarkeitsrisiken häufig aus einem Ereignis, etwa einem Arbeitsunfall, einer Havarie oder einem Produktmangel. Im Verfahren geht es dann meist darum, wer im Unternehmen welche Pflicht hatte und ob sie wirksam übertragen war.
Typische Lagen
Wo Ermittlungen in dieser Branche typischerweise ansetzen
- ArbeitsunfallFahrlässige Körperverletzung oder Tötung nach §§ 229, 222 StGB, Pflichtenübertragung nach § 13 Abs. 2 ArbSchG und Bußgelder nach §§ 25, 26 ArbSchG.
- Maschinen und AnlagenStrafvorschriften zur Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 und die Beweissicherung nach einem Unfall.
- Chemikalien und GefahrstoffeChemG, Chemikalien-Sanktionsverordnung und REACH, dazu die Bußgeldpraxis der Aufsichtsbehörden.
- UmweltGewässerverunreinigung nach § 324 StGB, unerlaubter Umgang mit Abfällen nach § 326 StGB, unerlaubtes Betreiben von Anlagen nach § 327 StGB und die Verantwortung der Betriebsbeauftragten.
- ProduktsicherheitRückruf und Korrekturmaßnahmen nach dem ProdSG.
Kernbeiträge
Beiträge, die sich unmittelbar mit der Branche befassen

Arbeitsstrafrecht
Arbeitsunfall: Wann Geschäftsführer strafrechtlich haften und was jetzt zu tun ist

Produktstrafrecht
MaschinenDG: Strafvorschriften ab 2027 für den Maschinenbau

Umweltstrafrecht
Chemiestrafrecht: Strafbarkeit im Umgang mit Chemikalien zwischen ChemG, REACH und Umweltstrafrecht

Umweltstrafrecht
Bußgeld Chemikalienrecht: Was der NRW-Bußgeldkatalog über die Behördenpraxis verrät

Betrugsstrafrecht
BGH 1 StR 579/25: Lieferantenbetrug im Aurubis-Fall
Weitere Beiträge mit Bezug zur Branche
Beiträge, in denen die Branche eine Rolle spielt
- Produktrückruf im Strafrecht: Was Geschäftsführer bei einem Produktrisiko tun müssen
- D&O-Versicherung und Strafverfahren: Deckung, Auskunftspflichten und das Selbstbelastungs-Dilemma
- Betrugsvorwurf gegen das Unternehmen: Was Geschäftsführer und Vorstände jetzt tun müssen
- Umweltstrafrecht im Unternehmen: was jetzt zu tun ist, wenn Behörden ermitteln
- BG-Regress nach Arbeitsunfall — was Geschäftsführer bei grober Fahrlässigkeit erwartet
- Betriebsbeauftragte im Umweltstrafrecht: Wer haftet, wenn delegiert wurde
- Arbeitsunfall im Betrieb: Die ersten 48 Stunden
- Havarie mit Gewässerschaden: Meldepflicht, § 324 StGB und das Schweigerecht
- § 327 StGB: Wann der Anlagenbetrieb ohne Genehmigung strafbar wird
- § 29 ProdSG seit dem 19. Februar 2026: Wann der unterlassene Rückruf strafbar ist
- Reform des Nachrichtendienstrechts: Die neuen Mitwirkungspflichten für Unternehmen — und was sie für die geldwäscherechtliche Meldepraxis bedeuten
- Umgehung von Anti-Dumping-Zöllen: Strafbarkeit nach § 370 AO
- Gefährdungsbeurteilung als Verteidigungsinstrument im Arbeitsstrafrecht
- VO (EU) 2026/1336: Dürfen Unternehmen noch bei Yangjie kaufen — und unter welchen Bedingungen?
- Edelmetall-Recycling im Visier der Staatsanwaltschaft: Was der Fall Heraeus für Verarbeiter und Industriekunden bedeutet
- Gewerbeaufsicht nach Arbeitsunfall: 72-Stunden-Krisenleitfaden
- § 326 StGB und wilder Müll: Strafrechtliche Risiken für Unternehmen
- Strafrechtlicher Abfallbegriff (§ 326 StGB) — Verteidigung
- Sockelverteidigung nach Arbeitsunfall: Unternehmensstellungnahme und Koordination
- Exportkontrolle in Deutschland: Wenn Wissenstransfer zur Straftat wird
- EPPO-Verfahren in Deutschland: Umsatzsteuerbetrug, Vermögenssicherung und was Unternehmen daraus lernen müssen
- Die Richtlinie (EU) 2024/1203: Neue Weichen im Umweltstrafrecht und ihre Folgen für Unternehmen
- Yates-Memo: Individual Accountability of Corporate Wrongdoing – oder: Wer ist eigentlich diese Ms. Yates und was kümmert mich ihr Memorandum?
Branchenübergreifend
Was in jeder Branche gilt
Bei einer Durchsuchung, einer Vorladung oder einem Auskunftsersuchen der Behörden prägen die ersten Schritte die weitere Verteidigung. Die Verteidigungslinie sollte deshalb früh abgestimmt werden, für das Unternehmen ebenso wie für die betroffenen Personen. Vertrauliche Kontaktaufnahme →